Handwerk

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Kunst & Handwerk, Offenbach
Einrahmung des Monats

Everything is storytelling – alles erzählt eine Geschichte. Genau darin besteht die Herausforderung bei einer Rahmung, besonders dann, wenn es sich nicht um Bilder, sondern um unprätentiöse Objekte wie Künstlerwäscheklammern mit Artistenfiguren handelt, wie bei Kunst & Handwerk in Offenbach. Dem Entwickeln der optimalen Bildidee und das Verarbeiten ungewöhnlicher Bildelemente kam bei diesem Auftrag eine sehr große Bedeutung zu. Durch kreative und genau durchdachte Materialauswahl und -zusammenstellung gelang eine hochwertige, originelle Rahmung.

Mit fünf Wäscheklammern, einer roten Kartonverpackung und dem Wunsch, eine rote Kulisse für ihre Objekte im Rahmen zu kreieren, kam die langjährige Kundin zu Kunst & Handwerk. Kein alltäglicher Auftrag, aus dem jedoch die Einrahmerin Karin Jost das beeindruckende Zirkus-Konzept im persönlichen Beratungsgespräch entwickelte. „Aus etwas Einfachem etwas Künstlerisches zu schaffen, machte mir sehr viel Spaß. Genauso der gesamte Weg bis zum fertigen Bild“, so Frau Jost. Dabei vertraute die ihr voll und ganz.
Es entstand die einzigartige Idee, eine imposante Zirkusmanege zu erstellen, wobei sich das Rot des Präsentationskartons der Wäscheklammern im Innenleben des Rahmengebildes farbgenau wiederfindet. So wurde darüber hinaus die rote, geflochtene Baumwollschnur, auf der sich die zwei oberen Artisten befinden, farblich exakt auf das Rot des Passepartouts der Seitenflächen von Crescent abgestimmt. Hierzu begab sich Karin Jost eigens auf die Suche nach einer hochwertigen Kordel, die sie schließlich in einem Fachgeschäft für Nähbedarf fand.
Außergewöhnlich war auch der Einsatz eines Spiegels als Einlegeleiste an den Seitenflächen, die rückseitig verleimt wurden. Oftmals bestehen die Seitenwände nur aus einem Material, hier sind es jedoch zwei. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass der Spiegel nicht gebohrt werden konnte. Somit entschied man sich, die rote Kordel unter den Spiegel zu spannen. Die Rückseiten des 4,5 cm breiten, sattroten Passepartouts und des Spiegels wurden an das Leistenprofil geleimt. „In diesem Fall ergab die Materialbreite der Abstandshalter die Rahmentiefe“, so die Einrahmerin. Eine drei mm starke, mit Fletcher Glazier Points eingestiftete Rückwand gewährleistet die nötige Stabilität und verdeckt gleichzeitig die Kordelenden. Genaues Arbeiten erforderte auch das Schneiden des roten Passepartouts. Es wurde nämlich nicht einfach nur stumpf, sondern schräg geschnitten, um einen eleganten Übergang der Oberkante zum Spiegel zu gewährleisten.
Der 5,7 cm tiefe Rahmen ist auf Gehrung geschnitten, verleimt und staubdicht verarbeitet, was auch durch die Verwendung von Papier-Nassklebestreifen auf der Außenseite der Rückwand erzielt wurde. Gewählt wurde ein Museumsglas mit 70-prozentigem UV-Schutz. Für die Aufhängung wurde ein rostfreier Bilderdraht mit Hanfkern von Leha gewählt, der eine flexiblere Verarbeitung ermöglicht. Selbstverständlich wurde auch beim Profil auf die präzise Farbauswahl geachtet, denn das Schwarz des hinteren, säurefreien Passepartouts, auf dem die Künstlerwäscheklammern mit einer Heißklebepistole befestigt wurden, passt genau zum samtmatten Schwarzton des Leistenprofils. Sogar die feinen Silberkanten des Profils korrespondieren perfekt mit der dezenten Lichtbrechung im Spiegel. Bei dieser rundum gelungenen und auch aufwendigen Rahmung wird deutlich, dass selbst einfache Gegenstände durch fundierte handwerkliche Erfahrung zu einem harmonischen, langlebigen Kunstwerk avancieren können

bk


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© Der Kunsthandel 2014