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Fachgerechte Reinigung
Alles Glas klar!

Bilderglas rückt als wichtiger Aspekt einer konservatorischen Einrahmung immer stärker in den Focus der Einrahmerbranche. Bilder werden mittlerweile seit Jahrhunderten mit Glasscheiben vor äußeren Einwirkungen geschützt. Die Formen der Glasverarbeitung sind allerdings in den letzten Jahrzehnten immer vielfältiger geworden und es sind deutliche Qualitätssprünge zu verzeichnen. Da ist es wichtig den Überblick zu behalten. Gerade bei der Reinigung der verschiedenen Glasarten ist Vorsicht geboten. Mit ein paar einfachen Tricks behält man den Durchblick.

Um eine Scheibe fachgerecht zu säubern, muss man zunächst wissen, um welches Glas es sich handelt. Die meisten Rahmen werden mit Klarglas oder Antireflexglas angeboten. Um Bilder vor UV-Strahlen zu schützen und reflexionsfrei zu präsentieren, lohnt sich allerdings die Investion in hochwertigere Gläser wie interferenzoptisch entspiegeltes Glas, Acrylglas oder UV-Glas.

(Abb.: Am sichersten: Spezialreiniger, hier von Wybenga)

 

Normalglas und Ätzglas
Bei der Reinigung von so genanntem Klarglas, auch als Normalglas bekannt, gibt es ebenso wie bei geätztem Glas nicht viel zu beachten. Die Reinigung von unbeschichtetem Glas ist unkomplizierter als die Säuberung von beschichtetem Glas.
Grundsätzlich darf jedoch absolut kein Wasser in das Innere jeglicher Rahmung gelangen. Denn weder das Passepartout, noch der innere Rahmen und schon gar nicht das Kunstwerk selbst sollten mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Auf dem Papier würden sonst Stockflecken entstehen oder es würde auf andere Art beeinträchtigt, beschädigt und entwertet. Es bietet sich daher an, Bilder vor der Reinigung von der Wand abzuhängen und sie flach auf einen sicheren und sauberen Untergrund zu legen.
Klar- und Ätzglas können problemlos mit Wasser aus dem Wasserhahn und Glasreinigern mit der Aufschrift „streifenfrei“ gereinigt werden. Glasputzmittel, die Salmiak enthalten, sind allerdings unbedingt zu vermeiden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet zudem destilliertes Wasser, da der Kalkanteil im Kranwasser unschöne Schlieren verursachen könnte. Wichtig ist, die Scheibe trotz horizontaler Lagerung nur nebelfeucht zu reinigen. Das heißt, das Glas sollte aus einer Entfernung von 20 bis 30 Zentimetern besprüht werden. Noch optimaler vermeidet man aber auch hier das Eindringen von Feuchtigkeit in das Rahmeninnere, indem man das Reinigungsprodukt direkt auf ein feuchtes Tuch sprüht und erst dann das Glas damit putzt. Anschließend bieten sich saugfähige Baumwolltücher, Mikrofasertücher oder ein Geschirrtuch an, um die Scheibe zu polieren.

Acrylglas
Acrylglas ist ein glasähnlicher, synthetischer, thermoplastischer Kunststoff und wird deshalb auch Kunststoffglas genannt. Es wird häufig für die Einfassung von Fotoarbeiten verwendet. Beim patentierten Diasec-Verfahren, bei dem Fotografien auf Aluminium-

platten gezogen werden, wird ausschließlich Acrylglas zum Schutz der Vorderseite benutzt.
Da es sich hier nicht um echtes Glas handelt, darf Acrylglas auf keinen Fall mit Glasreiniger oder Scheuermittel behandelt werden. Die Oberfläche würde mit der Zeit stumpf und unansehnlich. Verschmutzungen sollten ausnahmslos mit weichen, sauberen Mikrofasertüchern und mit Brennspiritus entfernt werden. Mit wenig Druck und in Wischbewegungen bekommt man die kratzempfindliche Oberfläche schonend und gründlich sauber.

Beschichtetes Glas
UV-Glas mindert die Einwirkung von UV-Strahlen und unterstützt somit die Langlebigkeit eines Kunstwerkes. Interferenzoptisch entspiegelte Gläser wie Schott Mirogard oder Flabeg ArtControl garantieren optimalen Kunstgenuss und sind praktisch unsichtbar. Bei diesen Glasarten handelt es sich um hochwertige, beschichtete High-Tech-Gläser. Hier ist besondere Aufmerksamkeit wichtig. Natürlich darf auch bei der Reinigung von UV-Glas, Mirogard oder Flabeg nur mit wenig Druck gearbeitet werden. Verschmutzungen und sogar Fingerabdrücke müssen sofort entfernt werden. Sie greifen die Beschichtung an und können bleibende Beschädigungen hinterlassen.
Ebenfalls bietet sich hier, an das Reinigungsmittel nicht direkt auf die Scheibe zu sprühen, sondern den Reiniger auf ein Tuch aufzutragen. Bei der Wahl des Tuches sollte darauf geachtet werden, ein sauberes, weiches Tuch zu verwenden, das mit destilliertem Wasser befeuchtet ist. Nachpoliert wird mit einem trockenen Baumwoll- oder Mikrofasertuch. Küchenrolle ist absolut ungeeignet. Sie hinterlässt Streifen und kann kratzende Bestandteile enthalten.

Spezialreiniger
Spezialreiniger sind zu bevorzugen, weil ihre Inhaltsstoffe auf die jeweiligen Anforderungen der High-Tech-Gläser abgestimmt sind. Sie werden mittlerweile von verschiedenen Herstellern angeboten. Glashandel Wybenga bietet beispielsweise materialgerechte Reiniger für Bilderglas an. Ansonsten sind nur sehr schonende, handelsübliche Glasreiniger geeignet. Auch hier sollte auf das Attribut „streifenfrei“ geachtet werden. Säurehaltige Reiniger, ammoniak- und chlorhaltige Reinigungsmittel, sowie Lösungsmittel, Allzweckreiniger und Scheuermittel sind vollkommen ungeeignet. Gleiches gilt für harte Lappen und Scheuerschwämme.

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© Der Kunsthandel 2010